Mit dem Fortschritt der Automatisierung und der Industrie 4.0 werden Roboter im Industriealltag unumgänglich. Das bringt großes Potential mit sich, aber auch Sorgen und Probleme – von konkreten Sorgen der Arbeiter darum, dass sie von Robotern ersetzt werden könnten, zu abstrakteren Problemen im menschlichen Umgang mit den neuen mechanischen „Mitarbeitern“, wie zum Beispiel Unsicherheit darin, wie diesen fortschrittlichen Maschinen im Alltag zu begegnen ist. Im Feld der Human-Robot-Interaction (HRI) wird viel zu den Fragen geforscht, was Angst und Unsicherheit gegenüber Robotern auslöst, was dagegen getan werden kann, und wie Roboter möglichst barrierefrei in die menschliche Arbeitsumgebung integriert werden können. In diesem Artikel geben wir Ihnen nützliches Hintergrundwissen sowie praktische Tipps zum Thema.

Human-Robot-Interaction: Wenn aus der Maschine ein Mitarbeiter wird

Im Moment werden die meisten Industrieroboter aus Sicherheitsgründen separat von menschlichen Arbeitern stationiert. Die Tendenz geht jedoch mehr und mehr Richtung kollaborativer Roboter, die ohne Trenneinrichtung Seite an Seite mit Menschen arbeiten können, wie zum Beispiel unsere autonomen Transportroboter von ASTI Mobile Robotics. Dies stellt hinsichtlich Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit eine technische Herausforderung dar – ASTI Mobile Robotics‘ Lösungen dazu umfassen Sicherheitslaserscanner, die Bewegung in potentiellen Gefahrenzonen erfassen können, Sicherheitssteuerungen, Warnsysteme sowie weitere Sicherheits- und Kommunikationseinrichtungen.

Ein Roboterprojekt kann aber ebenso soziale Aufgaben mit sich bringen. Anders als isolierte, stationäre Roboter interagieren Roboter wie die unseren direkt mit menschlichen Mitarbeitern. Wer sich dafür entscheidet, sie in einer Anlage zu installieren, sollte sich also dessen bewusst sein, dass hierfür ein Austausch mit den Mitarbeitern erfolgen muss, um eine reibungslose Integration der Roboter in den Arbeitsalltag sicherzustellen. Sehen Sie dazu auch unseren Artikel zum Thema Vermenschlichung von Robotern.

Robot anxiety: Was tun gegen Angst vor Robotern?

Um effektiv mit dem menschlichen Team während der Integration der Roboter zu kommunizieren, ist es gut zu wissen, was die häufigsten Sorgen zum Thema Roboter sind und woher sie kommen.

Die Angst davor, durch Roboter ersetzt zu werden und den Job zu verlieren, ist bekannt und sollte berücksichtigt werden, doch selbst wenn die Mitarbeiter wissen, dass die Roboter ihnen ihre Arbeit nicht wegnehmen werden, empfinden viele noch immer eine gewisse Unsicherheit gegenüber Robotern. Die Angst vor Robotern wird im Feld HRI unter dem Titel „robot anxiety“ erforscht und begründet sich oft darin, dass Vielen ein Richtwert dazu, wie sich dieser neue Agent in ihrer Umgebung verhalten wird, fehlt.

Sie wissen also nicht, wie ein Roboter „tickt“. Das, kombiniert mit dem Wissen, dass in diesen Maschinen viel Kraft und moderne Technik steckt, kann zu nachvollziehbarer Unsicherheit führen. Diese ist für die Integration allerdings problematisch. Also was tun?

Roboterintegration in der Praxis

Wichtig bei der Integration der Roboter ist eine klare Kommunikation mit den Mitarbeitern. Experten wie Frau Dr. Oehme von der HFC Human-Factors-Consult GmbH, Spezialistin im Bereich des Change Management und der Interaktion von Mensch und Technik, erklärt, dass für eine erfolgreiche Integration neuer Technik „Vorbehalte gegen Automatisierungstechnik, unerkannte informelle Strukturen und Prozessabläufe sowie motivationale Faktoren (…) potentielle Hindernisse (darstellen). In einem effizienten und effektiven Change-Prozess müssen daher Mitarbeiter*innen, Teams und Organisationsstrukturen einbezogen werden.“

Unternehmer sollten insbesondere:

  • rechtzeitig, realistisch und transparent die Leistung des neuen robotischen Systems beschreiben,
  • über die anstehende Einführung, den neuen Arbeitsprozess und dessen Ziel informieren und
  • Bedenken und Ängste ernstnehmen und konstruktive Vorschläge integrieren.

Dr. Oehme erklärt außerdem, dass es sich empfiehlt, Zeit für die Vorbereitung der Veränderungen, die die Roboter mit sich bringen werden, einzuplanen, und die obig genannten Change Management-Strategien unter Einbezug der Mitarbeiter umzusetzen, um Kommunikation und Offenheit gegenüber der neuen Technik zu fördern. Es sollte auch nicht unterschätzt werden, dass die Mitarbeiter und Teams Experten in ihrer Arbeitsumgebung sind, und mitunter wichtige Hinweise für die Installation geben können. Dr. Oehmes Fazit dazu: „Nicht nur aufgrund der vergleichsweise hohen Investitionen, sondern auch aus arbeitswissenschaftlichen Gründen sollte die Einführung eines robotischen Systems von einem menschzentrierten Change-Management begleitet werden.“

Zusammengefasst: Es ist nachvollziehbar, dass die Einführung von Robotern in eine Arbeitsumgebung Unsicherheit bei den Mitarbeitern auslösen kann. Die Integration der Roboter benötigt daher nicht nur technische Expertise, sondern auch klare Kommunikation zu Themen wie Jobsicherheit und der Rolle, die die Roboter im Arbeitsalltag spielen werden, und wie sie ihn verändern. Unternehmer sollten nicht nur Zeit für die technische Installation, sondern auch für Change Management-Strategien für und mit den Mitarbeitern einplanen.